Gärtnerin

Hallo.

Mein Name ist Katharina und ich habe mir 2019 mit meinem Garten, dem Selbsterntegarten, einen Traum erfüllt. Ich kam 2013 von NRW nach Heidelberg, um dort mein Studium der Ethnologie und Soziologie zu beginnen. Meine Semesterferien verbrachte ich oft im Ausland, wo ich in landwirtschaftlichen Betrieben arbeitete, im Austausch gegen Unterkunft und Essen. Ich stellte fest, dass mir diese Urlaube trotz der teilweise harten Arbeit besser gefielen als die wissenschaftliche Arbeit am Schreibtisch. Ich hatte schon viel über verschiedene Anbautechniken gelernt und beschloss, die Landwirtschaft zu meinem Lebensinhalt zu machen. Da ich aber keinen Bauernhof geerbt hatte und auch sonst nicht in der Lage war, einen zu kaufen, musste ich kreativ werden. Als ich zum ersten Mal vom Konzept der Solidarischen Landwirtschaft erfuhr, wusste ich, dass es sehr gut zu meiner Situation passte. Alles was ich tun musste, war ein Feld zum Pachten zu finden und ein paar gutgläubige Menschen, die bereit waren, mir einen Jahresbeitrag zu überweisen noch bevor die erste Pflanze gewachsen ist. Das habe ich geschafft. Und von da an lief alles wie von selbst: Das Gemüse wuchs, es kamen mehr Mitglieder hinzu. Nach dem ersten Jahr war klar, dass dieses Konzept funktionieren kann, und dass ich davon leben kann. Nach einer Weile fand ich dann eine Wohnung in der Nähe vom Garten und zog nach Dossenheim. Nun konnte ich jeden Tag vor Ort sein, also schaffte ich mir eine kleine Hühnerschar an. Jedes Jahr wurde der Garten ein bisschen größer, es kam etwas neues hinzu – erst ein Bauwagen, dann eine Komposttoilette, ein neuer Folientunnel, eine Waschstation. Aber Wachstum muss nicht unendlich sein – inzwischen hat der Garten eine gute Größe erreicht und auch die Mitgliederzahl bleibt stabil. Ich freue mich jeden Tag, dass ich mir den schönsten Arbeitsplatz der Welt geschaffen habe und damit auch noch andere Menschen glücklich machen kann.